Dennis HHeute, der zweite Mann für die Zweite. Spieler-Co-Trainer Dennis mit seinem ersten Erfahrungsbericht.

 

 

 

 

 

 

7 Fragen - 7 Antworten, der Talk mit dem zweiten Trainer der zweiten Mannschaft des SVW, Dennis Heck.

1 │ Dennis, zu Saisonbeginn hast du gemeinsam mit Martin Hinz das Traineramt der zweiten Mannschaft übernommen. Beschreib uns mal, wie sich dein erstes „Trainerhalbjahr“ entwickelt hat.

Als mich Sascha und Andy im Sommer gefragt hatten, ob ich mir vorstellen könnte mit Martin zusammen die Zweite zu trainieren, war ich eigentlich direkt Feuer und Flamme und bin mit Begeisterung an die Sache ran. Das hat sich bisher nicht verändert. Ich habe seitdem viel gelernt und mich sicher auch weiterentwickelt. Schließlich hatte ich zuvor noch keine Mannschaft trainiert und auch keine Ausbildung als Trainer vorzuweisen.

Einige Dinge, die ich mir vorgenommen hatte, haben sehr gut funktioniert, andere wiederum bedurften eines Feintunings. Ich glaube wir haben nun eine homogene Truppe beisammen, die sich gefunden hat. Es macht mich stolz zu sehen, dass die Arbeit, die ich investiere und gerne mache, Erträge bringt.

2 │ Wie beschreibst du die Zusammenarbeit mit deinem Trainerkollegen Martin Hinz?

Martin ist ein sehr offener und kommunikativer Typ. Das macht die Zusammenarbeit gefühlt sehr einfach. Natürlich machen wir es uns ganz und gar nicht einfach. Eigentlich im Gegenteil. Wir reden sehr oft miteinander. Obligatorisch ist schon der Anruf von Martin am Freitagnachmittag, um das Training und die Wochenendplanung (für das Spiel!) zu abzustimmen. Wir ergänzen uns gut und bringen jeweils unsere Vorstellungen unter einen Hut, wobei wir relativ schnell gemerkt haben, dass unsere Vorstellungen meist nicht weit auseinander liegen. Das konnte man vorher sicherlich nicht wissen, wie sich das entwickeln würde. Von daher bin ich sehr glücklich und dankbar für die konstruktive Zusammenarbeit.

Wir haben trotz anfänglicher Vorbehalte ein Zu- und Absagesystem über eine App, einen Strafenkatalog und einen Materialdienst eingeführt. Das funktioniert im Großen und Ganzen gut und sorgt  dafür, dass es einen Rahmen gibt, der durch bestimmte Regeln abgesteckt wird. Daneben gibt es eine Mannschaftskasse und regelmäßige Mannschaftsabende, zum Teil finanziert aus dem Geld der Mannschaftkasse. Außerdem versuchen wir für sonntags immer einen Mix zu finden aus erfolgsorientierter taktischer Aufstellung und der Honorierung von Trainingsleistungen.

3 │ Nach dem Abgang des Trainerduos der vergangenen Saison sowie zahlreicher Spieler stand lange Zeit nicht fest, ob es eine zweite Mannschaft geben wird. Wie zufrieden bist du mit dem Verlauf der Hinrunde?

Grundsätzlich mussten wir zu Beginn feststellen, dass wichtige Stützen der Mannschaft weggefallen sind. Dazu kamen, nachdem es zunächst tatsächlich nicht so gut aussah und das lange erfolgreiche Projekt Zweite zu scheitern drohte, viele neue Leute. Dadurch musste sich die Mannschaft erst einmal finden, wobei das spielerische Niveau in den Vorbereitungsspielen teils erschreckend war. Dennoch konnten wir uns fangen und sind ordentlich in die Saison gestartet.

Die Hinrunde insgesamt lässt sich durch ein ständiges Auf und Ab beschreiben. Unglaublich tolle Spiele, z.B. der Derbysieg gegen Altendorf-Ersdorf oder die Aufholjagd gegen Niederbachem haben gezeigt, dass wir Männer auf dem Platz haben, die Moral zeigen, zusammenhalten und fighten.  Daneben gab es aber auch einige Graupenfussballanfälle, wo alle Mann viel zu lethargisch agierten.  Dies wollen wir unbedingt abstellen. Können wir dies zukünftig vermeiden und lernen auch schlechtere Phasen im Spiel auszuhalten und ohne großen Schaden zu überwinden, ist sicherlich noch Potenzial für mehr da.

Absolut positiv ist auf jeden Fall die Trainingsbeteiligung. Durch die regelmäßige Unterstützung  von Manuel Murciano und Thomas Steffen-Lunnebach bspw. und einigen anderen Trainingsgästen, haben wir des Öfteren 15 Leute und mehr beim Training. Das erleichtert die Planung, Umsetzung und Einübung von bestimmten Abläufen ungemein.

4 │ Die Mannschaft liegt nach einer Hinrunde mit Höhen und Tiefen auf einem unteren Platz im Tabellenmittelfeld. Wo liegen die Stärken und Schwächen der Truppe und woran muss in der Winterpause speziell gearbeitet werden?

Eine Stärke der Mannschaft ist sicher der Zusammenhalt und dass man sich auch außerhalb des Platzes gut versteht. Das bildet meines Erachtens die Basis für eine Kreisligamannschaft. Wie oben erwähnt haben wir phasenweise richtige starke kämpferische und fußballerische Willensleistungen auf dem Platz gebracht, wo einer für den anderen kämpft und läuft.

Schwächen bestehen meiner Meinung nach noch im Spielaufbau und damit einhergehend mit taktischer Cleverneß und Ruhe. Im Grunde eine gewisse Abgezockheit. Aber das muss sich nach und nach entwickeln und wird durch jedes Erfolgserlebnis Aufschwung erleben.

Nach der Winterpause wollen wir weiter an den Basics, aber auch weiter an unserer taktischen Ausrichtung arbeiten. Insbesondere das Pressingspiel soll nochmals in den Fokus gerückt werden. Dadurch erhoffen wir uns eine  moderne und grundsätzlich offensivere Interpretation des bewährten 4-4-2-Systems. Eventuell wird es auch eine weitere taktische Variante geben. Dies wollen wir zunächst mit den Führungsspielern besprechen und eine gemeinsame Linie finden. Aber bei allem taktischen Geplänkel, das man in der Kreisliga wohl auch nicht überwerten sollte, müssen wir dafür sorgen, dass sonntags bei jedem Spiel die Einstellung stimmt und gerade die Eigenschaften, die uns zu Erfolgen geführt haben, abgerufen werden.

Ich persönlich habe zudem noch die Hoffnung, dass einige Rekonvaleszenten noch zurückkommen. Darunter fallen z.B. die beiden Bremmekamps, ein Stephan Müller, Deni Markovic, Marc Krämer und natürlich auch Chris Wenn, der sich unglücklich sehr schwer verletzt hatte in der Hinrunde.

5 │ Neben deinem Trainerjob spielst du auch noch selber. Wie schwierig ist diese doppelte Aufgabe für dich?

Ich muss gestehen, dass ich mir die doppelte Aufgabe nicht so schwierig vorgestellt habe. Eigentlich hatte ich keine konkrete Vorstellung und hab einfach losgelegt. Umso mehr Respekt habe ich vor den Leistungen von Stephan und Björn in den letzten Jahren bekommen. Als Spieler gehst du schließlich einfach zum Training und machst mehr oder weniger das, was von dir verlangt wird und sonntags kriegst du eine Entscheidung vor die Nase gesetzt. Eigentlich bist du, was den Trainingsbetrieb und wesentliche Entscheidungen, wie Aufstellung usw. angeht, zu Passivität verdammt. Diese Dinge aktiv mitzugestalten macht für mich den Reiz des Trainerjobs aus.

Schwierig war für mich die Umstellung, bestimmte Übungen im Training mit konkreten Anweisungen zu versehen, die weiterhelfen. Zu Beginn musste ich nach dem trial-and-error-Prinzip versuchen, die Übungen, die ich mir zuvor abstrakt angeschaut habe, konkret auf dem Platz zu bringen. Sowohl im Training, als auch in den  Spielen ist es immer wichtig, neben der Konzentration auf die eigene Leistung, das “große Ganze“ im Blick zu haben, um entsprechend reagieren zu können. Daneben versuche ich auch immer individuelle Leistungen und Prozesse der Spieler zu berücksichtigen und wertzuschätzen bzw. zu intervenieren. Ich merke mehr und mehr, dass ich darin sicherer werde und meine Ansprache gezielter und lösungsorientierter wird. Zumindest ist das der Eindruck,  den ich von mir selbst habe.

6 │ Jetzt ist erstmal Winterpause. Wie sieht deine persönliche Auszeit aus?

Ich war bislang zweimal in der Halle beim Fußball aktiv und habe für mich ein paar Übungen und Läufe absolviert. Ansonsten genieße ich die freie Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Über Silvester fahre ich mit meiner Frau nach Bayern zu meinem Trauzeugen und seiner Frau auf den Bauernhof, den die beiden dort bewirtschaften. Zwischen Hühnern, Schafen und Bergen tanke ich Kraft für die kommenden Aufgaben.

7 │ Wann geht es mit der Vorbereitung auf die Rückrunde los und wie lauten die Ziele für die zweite Halbserie?

Die Vorbereitung startet am 16.01.2018. Das erste Meisterschaftsspiel findet für uns bereits am 04.02.2018 statt. Dadurch bleibt nicht viel Zeit für die Vorbereitung. Dennoch wollen wir das Erreichte definitiv ausbauen und taktisch cleverer agieren. Einen Platz unter dem ersten neun halte ich für machbar.

(Das Interview führte Sascha Wenn)

 

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