Die turbulenten Anfangsjahre

Wie hat also alles angefangen? Nun, zunächst gab es da einige Fußball­ verrückte Jungs, die sich meistens morgens und nachmittags auf dem Weg zur Arbeit oder zu sonstigen Angelegenheiten trafen. Zumeist war es der Weg nach Bonn, der kurz nach dem Krieg noch mehrere Stunden in Anspruch nahm! Um pünktlich zur Schule oder zur Ar­beit zu kommen, musste man morgens schon um fünf Uhr losfahren und kam abends erst gegen sieben oder acht Uhr nach Hause - was heute fast unvorstellbar wäre. Zurück zu den angehenden Fußballern; auf dem langen Weg hatten sie natürlich Zeit, sich über ihre Lieblingssportart zu unterhalten oder sogar etwas zu kicken. In Wormersdorf gab es ja noch keinen Fußballverein, man konnte aus­schließlich Handball spielen. So trafen sie sich denn auch in der we­nigen Freizeit um dem Fußballspiel nachzugehen. Da viele von den Spielern noch recht jung waren, hatte man auch schnell eine A-Ju­gend zusammen.

So wurde der SV Wormersdorf inoffiziell direkt nach dem Krieg gegründet. Es gab sogar schon einen ersten Jugendwart, nämlich Jakob Simon. Besonders praktisch war dabei, dass er einen Leiterwagen hatte, um die Jugendlichen zu den Spielen zu karren. 

 

Dennoch wollte man auch offiziell einen entsprechenden Verein grün­den. Und zum Glück gab es in unserem schönen Dorf jemanden, der sich mit dem administrativen Teil einer doch komplizierten Vereinsgründung auskannte - der legendäre Jakob Faßbender, genannt „Dok­tor-. Man bedenke, dass damals die ganze Gegend noch von den alli­ierten Streitkräften besetzt und die Rechtslage alles andere als klar und einfach war!

Zudem fand man damals einen Vorstand nicht so ohne weiteres! So trafen sich einige honorige Herren 1946 zu einer Kartenrunde und spielten die Ämter aus! Das war recht pragmatisch. wobei jedoch nicht feststeht, ob der Verlierer Vorsitzender werden musste. So kam dann der große Augenblick - der SV Wormersdorf wurde gegründet. Die Gründungsversammlung fand am 1. Oktober 1946 in der Gaststätte von Matthias Mauel, genannt die „Nas", statt. Dies ist die heutige „Dorfschenke" der Familie Hardy.

 

Zum -im wahrsten Sinne des Wortes - ersten Vorsitzenden wollte die Gründungsversammlung aus den anwesenden Personen Josef Braun wählen. Da hatte man allerdings die Rechnung ohne den Wirt - respektive die Alliierten- gemacht, denn diese lehnten Herrn Braun als Vorsitzenden ab. So übernahm Jakob Hartmann, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause gekommen war, dieses Amt. Das war die Geburtsstunde des SV Wormersdorf. Gründungsmitglieder waren unter anderem Josef und Heinrich Nohles, Johann Jansen, Hans Joisten, Heinrich Kleefuß, Jakob Hartmann, Toni Brungs, Rudi Jonen, Peter Schäfer, Jakob Braun, Jakob Declair und Peter Hochrath.

  

 

Die turbulenten Anfangsjahre

Wie hat also alles angefangen? Nun, zunächst gab es da einige Fußball­ verrückte Jungs, die sich meistens morgens und nachmittags auf dem Weg zur Arbeit oder zu sonstigen Angelegenheiten trafen. Zumeist war es der Weg nach Bonn, der kurz nach dem Krieg noch mehrere Stunden in Anspruch nahm! Um pünktlich zur Schule oder zur Ar­beit zu kommen, musste man morgens schon um fünf Uhr losfahren und kam abends erst gegen sieben oder acht Uhr nach Hause - was heute fast unvorstellbar wäre. Zurück zu den angehenden Fußballern; auf dem langen Weg hatten sie natürlich Zeit, sich über ihre Lieblingssportart zu unterhalten oder sogar etwas zu kicken. In Wormersdorf gab es ja noch keinen Fußballverein, man konnte aus­schließlich Handball spielen. So trafen sie sich denn auch in der we­nigen Freizeit um dem Fußballspiel nachzugehen. Da viele von den Spielern noch recht jung waren, hatte man auch schnell eine A-Ju­gend zusammen.

So wurde der SV Wormersdorf inoffiziell direkt nach dem Krieg gegründet. Es gab sogar schon einen ersten Jugendwart, nämlich Jakob Simon. Besonders praktisch war dabei, dass er einen Leiterwagen hatte, um die Jugendlichen zu den Spielen zu karren. 

 

Dennoch wollte man auch offiziell einen entsprechenden Verein grün­den. Und zum Glück gab es in unserem schönen Dorf jemanden, der sich mit dem administrativen Teil einer doch komplizierten Vereinsgründung auskannte - der legendäre Jakob Faßbender, genannt „Dok­tor-. Man bedenke, dass damals die ganze Gegend noch von den alli­ierten Streitkräften besetzt und die Rechtslage alles andere als klar und einfach war!

Zudem fand man damals einen Vorstand nicht so ohne weiteres! So trafen sich einige honorige Herren 1946 zu einer Kartenrunde und spielten die Ämter aus! Das war recht pragmatisch. wobei jedoch nicht feststeht, ob der Verlierer Vorsitzender werden musste. So kam dann der große Augenblick - der SV Wormersdorf wurde gegründet. Die Gründungsversammlung fand am 1. Oktober 1946 in der Gaststätte von Matthias Mauel, genannt die „Nas", statt. Dies ist die heutige „Dorfschenke" der Familie Hardy.

 

Zum -im wahrsten Sinne des Wortes - ersten Vorsitzenden wollte die Gründungsversammlung aus den anwesenden Personen Josef Braun wählen. Da hatte man allerdings die Rechnung ohne den Wirt - respektive die Alliierten- gemacht, denn diese lehnten Herrn Braun als Vorsitzenden ab. So übernahm Jakob Hartmann, der gerade aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause gekommen war, dieses Amt. Das war die Geburtsstunde des SV Wormersdorf. Gründungsmitglieder waren unter anderem Josef und Heinrich Nohles, Johann Jansen, Hans Joisten, Heinrich Kleefuß, Jakob Hartmann, Toni Brungs, Rudi Jonen, Peter Schäfer, Jakob Braun, Jakob Declair und Peter Hochrath.

  

Wie ging es weiter

  

Wie ging es weiter? 

Eine spielbereite A-Jugend gab es bereits und offensichtlich war mit der Gründung des Vereins eine „Marktlücke" geschlossen worden. Denn innerhalb von einer Woche meldeten sich 30 Personen beim SV Wormersdorf an.

Der offizielle Spielbetrieb sollte auch im Seniorenbereich schnell auf­genommen werden, denn es waren nun genügend interessierte Spie­ler für eine erste Mannschaft vorhanden. Es war also dringend not­wendig, die Möglichkeiten für die Ausübung des schönen Fußballs­ports zu schaffen, Zunächst musste dementsprechend ein Spielfeld hergerichtet werden. Der heutige Dorfplatz war früher eine alte Wei­de, die nun im Wesentlichen von Wilhelm Josefs und Hennes Schmitz zum Zwecke der Spielfeldherstellung bearbeitet wurde. Dazu bedien­ten sie sich eines Pferdepfluges und -wagens. Wenn die Handarbeit zu viel wurde, dann packte auch die erste Mannschaft "in spe" mit an. Nach dem letzten Plätten war es dann geschafft - es gab ein Spielfeld für die Wormersdorfer Fußballer.

 

Jetzt hätte man nur noch Platzmarkierungen ausbringen müssen, die­se bestanden damals aus Sägemehl und wurden von Hand aufgetra­gen, und der Spielbetrieb hätte losgehen können. Aus heutiger Sicht ist das sicher selbstverständlich, denn jeder Fußballer hat alles, was er persönlich zur Sportausübung benötigt. Damals gab es aber zum Beispiel im ganzen Verein nur einen einzi­gen Ball. Welche Probleme das mit sich bringt, erfuhren die Spieler wenig später bei ihrem ersten Turnier. Der einzige Ball ging kaputt und das Spiel musste unterbrochen werden, bis ein Mitspieler einen Ersatzball aus dem Nachbardorf mit dem Fahrrad leihweise herangekarrt hatte. Apropos Fahrrad - damals wurden die Wege zu den Auswärts­spielen immer mit diesem äußerst gesundheitsfördernden Gefährt zu­rückgelegt. Ein Pferdewagen galt als Luxus. Vielleicht resultierte dar­aus ja eine besonders hervorragende Kondition.

Fußballschuhe gab es auch nicht, man hatte ja noch nicht einmal nor­male Schuhe. Die Alliierten hatten damals aber tausende von alten und kaputten Schuhen aus dem Gefängnis in Rheinbach in die Bomben­krater geschmissen, die sich von Wormersdorf bis Ersdorf hinzogen. Dies stellte die damalige Art der Entsorgung dar. Im Gefängnis wur­den während des Krieges die Schuhe für Wehrmacht und SS gefertigt und repariert. Unsere Spieler holten sich die Schuhe zum Fußballspie­len wieder aus den Kratern heraus und wenn keine Sohle mehr vor­handen war, wurde ein ausgedienter Autoreifen passend zurecht­geschnitten und mit Wehrmachtsriemen festgezurrt. Als Strümpfe fun­gierten meistens die damals gebräuchlichen Fußlappen.

 

Allererste-SeniorenmannschaftUnd Trikots? Die gab es natürlich auch nicht! Also organisierte sich Jakob Hartmann drei Eimer Rübenkraut bei der Grafschafter Kraut­fabrik in Meckenheim, bei der er arbeitete. Damit ging er zur Bonner Fahnenfabrik und tauschte sie gegen ausreichend Fahnenstoff, was ei­gentlich streng verboten war. Lena Esch schneiderte daraus dann die heißbegehrten Trikots und Hosen, die dem Stoff entsprechend ausge­sprochen dünn ausfielen. Darüber waren die Spieler sehr erfreut, konnte man die Spielkleidung doch hervorragend als Unterwäsche benutzen, was selbstverständlich nicht erlaubt war!

Jeder Spieler musste aber sein Trikot zum Waschen mit nach Hause nehmen, da es ja irgendwie gereinigt werden musste. Also wurde Karl-Heinz Gelbe als Spielführer beauftragt, die Trage­gewohnheiten seiner Kollegen zu kontrollieren. Weigerte sich ein Spie­ler, bei einer solchen Kontrolle seine Unterwäsche zu zeigen, stand fest: er trug verbotenerweise sein Trikot unter der Kleidung. Über die Folgen eines solchen Verstoßes ist allerdings nichts bekannt. So konnte also halbwegs gerüstet der Spielbetrieb aufgenommen wer­den.

 

Schon 1947 war die A-Jugend sehr erfolgreich. Sie wurde Gruppensie­ger und musste auf neutralem Platz in Rheinbach gegen den FV Godes­berg antreten. In diesem Spiel um die Kreismeisterschaft unterlag sie leider mit 1:2, obwohl sie vorher unsere erste Mannschaft geputzt hat­te.

Auch die erste Mannschaft spielte 1947 regelmäßig. Insbesondere wurde besagtes erstes Fußballturnier abgehalten, bei dem der einzige Ball kaputtging. In diesem Turnier fungierte Johann Jansen als Schiedsrichter und Bernhard Schimmels stand im Tor. Dieser Bern­hard Schimmels war ein besonders Fußballbegeisterter, hatte er sich doch in der Kriegsgefangenschaft alle Zehen abgefroren!

Auch spielte man in Huppenbroich, einem Örtchen bei Simmern. Zu den Huppenbroichern hatten die Wormersdorfer damals eine ganz be­sondere Beziehung, waren diese doch nach dem Krieg nach Wormersdorf ausquartiert worden. Also verfrachtete Toni Brungs die Spieler auf einen Lastwagen und fuhr nach Huppenbroich. Dort nahm man Quartier auf einem Heuboden, was offensichtlich nicht empfehlenswert ist, denn der SV Wormersdorf verlor das Spiel glatt mit 1:4. Allerdings nahmen die Huppenbroicher eine Gegeneinladung im nächsten Jahr an und verloren mit 0:1.

 

So organisierte sich ein normaler Spielbetrieb, wobei die Frage offen bleibt, was unter normalem Spielbetrieb zu verstehen ist. Ein Sport- oder Jugendheim gab es noch nicht. Die Spieler kamen umgezogen zu einem Match, spielten auf der hergerichteten Wiese in ihren dünnen Leibchen und mit den maßangefertigten Schuhen auf Tore ohne Netze, um dann schnell nach Hause zu flitzen und sich zu waschen. Allerdings trafen sich dann alle zur dritten Halbzeit bei der „Nas" und blieben bis in die späte Nacht zusammen.

So turbulent gestalteten sich die Gründung und die ersten Jahre unse­res Vereins. Was waren das aber auch für Zeiten damals, so kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Der Marshallplan schwebte als Damokles­schwert über Deutschland und die Währungsreform bedrohte viele Menschen in ihrer Existenz. Insoweit ist die Gründungsphase des SV Wormersdorf nur ein Spiegelbild ihrer Zeit. Ich glaube allerdings, dass sich damals die Menschen mit einem bestimmten Ziel wesentlich näher standen als heute.

 

schlechte PlatzverhältnisseWer jetzt denkt, die turbulenten Zeiten seien vorbei gewesen, der sieht sich getäuscht. Schon 1948 musste man einsehen, dass der Platz trotz der Pionierar­beit der Gründer kaum regulär bespielbar war. Dies konnte sogar der Ortsbürgermeister Pfahl mit amtlichem Schreiben vom 5.5.1948 be­stätigen. Bevor jedoch im Juli 1949 der Vorstand an den WFV um eine Beihilfe zu Platzverbesserungsmaßnahmen nachsuchte, passierte etwas bis dahin undenkbares. Der Sportverein und der Turnverein schlossen sich im April 1949 zusammen und nannten sich TuS Wormersdorf. Man hatte eingesehen, dass die sportliche Zukunft nur gesichert wer­den kann, wenn sich die Vereine, die die beiden großen Breitensportarten anbieten, zusammentun. Gemeinsamer Vorsitzender war damals Peter Zavelberg. Diese Vernunftehe hielt allerdings nur bis zum Janu­ar 1950. Dann trennte man sich wieder, man ging leider nicht gerade im besten Einvernehmen auseinander.

Dies, obwohl bis heute Spieler beider Vereine sich gegenseitig aushel­fen. Zum Beispiel konnte einmal die A-Jugend des TV Wormersdorf den Theodor-Heuss-Pokal in Rheinbach gewinnen. Das Turnier fand auf den Jahnplätzen statt. Parallel lief ein Fußballturnier und so halfen einige Spieler des SV Wormersdorf beim TV aus. Auch heutzutage gibt es Handballer des TVW, die immer wieder Fußball spielen. Dies ist das richtige Verständnis von Sport und Kameradschaft.

 

Jedenfalls, im Jahre 1950 blieb Peter Zavelberg Vorsitzender des SV. Leider setzen dann alle Aufzeichnungen bis ins Jahr 1955 aus. Fest steht, dass auf der Generalversammlung am 10.7.1955 Josef Nobles zum Vorsitzenden und Willi Henn zum Geschäftsführer gewählt wur­den. Zum Ehrenvorsitzenden wurde Peter Zavelberg bestimmt. Bemerkenswerterweise fanden noch lange Jahre Vorstandssitzungen und Jahreshauptversammlungen sonntags nach dem Hochamt statt. Wahrscheinlich verband man den Frühschoppen, also das Angenehme, mit dem Nützlichen. 1955 sicherte sich die erste Mannschaft den Gruppensieg in der zwei­ten Kreisklasse und stieg in die erste Kreisklasse auf. Zum Kader der Aufstiegsmannschaft gehörten unter anderem Peter Harmes, Josef Weber, Toni Holzem, Hans-Peter Hochhartz, Peter Gelbe, Karl-Heinz Bürger, Rudolf Klick, Martin Weber, Josef Endler, Peter Weber und Hans Joisten. AufstiegsmannschaftLeider folgte 1956 schon wieder der Abstieg. Dies be­gründete der Obmann der ersten Mannschaft, Eugen Höll, in seinem Jahresbericht damit, dass „uns das harte und technisch gekonnte Spiel der ersten Kreisklasse nicht lag". Jedenfalls war die Mannschaft offen­sichtlich nervös geworden, denn anders sind die häufigen Spielabbrüche in dieser und der folgenden Saison kaum zu erklären. Erfreulicherwei­se gab es zu dieser Zeit bereits zwei Jugendmannschaften und eine Schuljugend, die etwas erfolgreicher waren.

 

1956 war aber auch das Jahr, in dem der SV sein erstes Jugendheim erhielt. Dies steht heute noch der Dorfjugend zur Verfügung, wird aber nicht mehr vorn Sportverein genutzt. Der Schriftzug des SV be­findet sich immer noch auf der Giebelwand. Jedenfalls beschloss der Rat der Gemeinde am 3.2.1956, dem SV Wormersdorf ausreichend Baugrund zur Verfügung zu stellen. Daraufhin sagte der Fußballver­band Mittelrhein zu, darauf ein Jugendheim zu errichten. Letztlich trafen sich am 18.11.1956 einige illustre Persönlichkeiten, um das Heim einzuweihen. Nach einem Festgottesdienst gab der damalige Vorsitzende des FVM, Herr Kierdorf, in einer Ansprache seiner Hoff­nung Ausdruck, dass „eine sportfreudige, lebensbejahende Jugend in diesem Sportheim echte Sportskameradschaft pflegen möge".

 

Der FVM hatte das Heim für den SV Wormersdorf errichtet und des­halb übergab Herr Kierdorf dem Vorsitzenden Josef Nohles symbo­lisch den Schlüssel zum Heim. Bürgermeister Pfahl und Gemeindedi­rektor Dr. Römer äußerten sich ebenfalls beeindruckt und schauten positiv in die Zukunft. Herr Kulturwart Dahl vom Kreisfußballaus­schuss Bonn sagte sogar, dass das neue Jugendheim ein Hort erzieheri­scher Bildungsarbeit sei, die, unterstützt durch Eltern, Schule und Kir­che, die Jugend zum Leben in der Gemeinschaft heranzubilden habe". Welch bedeutsame Worte, die auch heute noch Gültigkeit haben, bzw. noch Gültigkeit haben sollten. Pfarrer Wirtz segnete dann das Heim sowie die Vereinsfahne und referierte über „mens sana in corpore sano". Danach zog die ganze Gesellschaft voller Stolz mit der Fahne durchs Dorf. Abends wurde die Einweihung im Gasthof Maßhöfer an anderer Stelle fortgesetzt.

 

Einweihung JugendheimAuf der Generalversammlung am 30.5.1957, ebenfalls im Lokal Masshöfer, wurde dann Hans Joisten zum ersten Vorsitzenden gewählt. Jakob Faßbender übernahm das Amt des zweiten Vorsitzenden, Josef Weber und Johann Jansen wurden Kassierer und Willi Henn Geschäfts­führer. Den übrigen Vorstand stellten Josef Nohles, Eugen Höll, Peter Klick, Bernhard Schimmel und Georg Werres.

Dieser Vorstand hatte sich Karneval 1959 mit einer besonderen An­frage zu beschäftigen. Die A-Jugend wollte im Rosenmontagszug ei­nen Themenwagen stellen. Das Motto sollte lauten: „Der schönste Platz ist an der Theke". Dies erschien den Herren nicht opportun und sie lehnten es rundweg ab, nachdem man schmunzelnd darüber diskutiert hatte, ob sich ein solches Thema mit dem Gesichtspunkt der Jugend­förderung vereinbaren ließe. Allerdings wurde die Gestellung eines Themenwagens begrüßt.

 

Jetzt erst kann davon gesprochen werden, dass die Anfangsjahre, zu­mindest aber die großen Turbulenzen, vorbei waren. Nach dem Enthu­siasmus und dem Pioniergeist der ersten zehn Jahre setzten nunmehr die Routine und die üblichen Probleme ein. 

Die swinging Sixties

 

Die swinging Sixties

Die sechziger Jahre begannen direkt mit einem Paukenschlag! Die erste Mannschaft mußte in der dritten Kreisklasse, also der niedrigsten deutschen Spielklasse, antreten. Bemerkenswert ist, daß schon damals die Verantwortlichen resümierten, es seien zuwenig Spieler am Trai­ning interessiert. Man habe zwar 26 Spieler auf dem Papier, aber sonn­tags laufe man mit nur zehn Mann auf. Wie sich die Probleme doch im Laufe der Jahre wiederholen!

 

1963 belegt dann die erste offizielle Statistik, dass im Verein 56 Se­nioren und 24 Jugendliche als Mitglieder vorhanden waren. Im gleichen Jahr stellen die Verantwortlichen fest, dass es keinen Trai­ner für die Mannschaften gibt. Es musste auf einen Übungsleiter vom Landessportbund zurückgegriffen werden, der jeden Samstag von 18 bis 20.00 Uhr in der Turnhalle von Wormersdorf allen Vereinen zur Verfügung stand. Das wäre heute nahezu undenkbar.

 

Auf der Jahreshauptversammlung am 3.5.1964 passierte dann wieder einiges, das richtungsweisend für die Zukunft sein sollte. Es wurde beschlossen, dass man sich eine Satzung geben muss, die die Eintra­gung im Vereinsregister ermöglicht. Denn nur dann war die Stadt bereit, dem Verein das Sportheim in Eigenregie zu übertragen, wie dies der Fußballverband bereits zugesichert hatte. Auf dieser Versamm­lung trat der gesamte Vorstand zurück und es wurde ein neuer ge­wählt. Vorsitzender wurde Günter Zavelberg, sein Stellvertreter Ja­kob Declair. Schriftführer blieb Willi Henn, Kassierer wurden die Herren Schmick und Wiedemann. Beisitzer wurden die Herren Kramer und Esch.

 

1965 war es dann soweit. Der Verein, der mittlerweile 95 Mitglieder zählte, wurde am 26. Juli in das Vereinsregister des Amtsgerichts Rheinbach eingetragen, nachdem eine Mitgliederversammlung am 16.5.1965 die neue Satzung gebilligt hatte. Jetzt erhielt der Verein auch die Übertragung des Jugendheimes und die Mitglieder renovier­ten es zunächst einmal.. Damit waren aber nicht alle Probleme gelöst, im Gegenteil. Immer wieder beklagten sich die Vereinsoberen dar­über, dass die Resonanz der Mitglieder, Aktiven und Bürger bei allen Vereinsveranstaltungen viel zu gering ausfiel. Man analysierte die Lage und stellte fest, dass das „Profitum" sich auch auf den Amateursport auswirke und die Ansprüche der Spieler dadurch zu hochgeschraubt seien. Außerdem seien die Menschen zu zufrieden, satt und indivi­dualistisch. Hier ist doch schon wieder eine deutliche Parallele zu al­len anderen Zeiten zu ziehen! Aus dieser Wehmutshaltung heraus ist zu verstehen, dass man zum Beispiel auf die Spätkirmes verzichten wollte. Lediglich kleine Feste, wie der Silvesterball und der Masken­ball sollten durchgeführt werden. Zudem war schon kurz nach der Übernahme des Jugendheimes ein Thema, dass die Fürsorge der Sport­ausübenden für Vereinseigentum sehr zu wünschen übrig ließ. Ein sehr positiver Aspekt war in dieser Zeit jedoch, dass die Stadt den heute noch bestehenden Sportplatz errichtete. Als Sportheim fungierte das bestehende Jugendheim in etwa 500 Metern Entfernung! Die Einwei­hung des neuen Platzes erfolgte am 6.8.1966 unter Anwesenheit des Landrates Bost, des Amtsbürgermeisters Eschweiler und Vertretern des Kreissportbundes, des Turnerbundes und des Kreisfußballausschusses. So konnte man doch noch eine positive Bilanz für das vergangene und das kommende Jahr ziehen.

 

Dennoch ebbten die Probleme nicht ab. Der Besuch der Trainingsab­ende war nicht zufriedenstellend, Veranstaltungen wie die Kirmes wur­den von der Bevölkerung nicht angenommen und so sollte 1968 kein Kirmesball stattfinden. Dennoch wurde versucht, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. 1967 stellte man mit Herrn Körber einen „ständigen Trainer" ein, obwohl der Verein seit Jahren und auch darüberhinaus nur finanzielle Jahresumsätze in Höhe von 3.000,- bis 4.000,— DM machte. Dies war sicherlich eine wagemutige Entscheidung, die sich aber in den kommenden Jahren auszahlen sollte. Übrigens, dass in der „guten alten Zeit" dieselbe etwas langesamer ver­ging beweist die Tatsache, daß die Weihnachtsfeier der C- und D-Ju­gend für 1967 am 7.1.1968 stattfand. Besonderen Grund zum Lob hat­te der Weihnachtsmann (Karl Heinz Zörn) für die C-Jugend, die die Herbstmeisterschaft errang. Dazu sang unser „singender Bäckermei­ster" Matthias „Matsche" Mauel einige schöne Weihnachtslieder. Trotz des ungewönlichen Datums äußerten sich alle Teilnehmer außerordent­lich zufrieden mit dem Verlauf der Veranstaltung.

 

Am 6.7.1969 sollte dann eine Jahreshauptversammlung stattfinden, in der auch Wahlen zum Vorstand durchgeführt werden mussen. Diese Versammlung vertagte sich jedoch einstimmig auf den 18.7.1969, da nur eine Handvoll Mitglieder erschienen waren. Beim zweiten Termin erkannten wohl einige mehr die Zeichen der Zeit, so dass 46 Mitglieder anwesend waren. Nach den Wahlen stand als neuer Vorsitzender Willi Henn fest, der nach sechs Jahren das Amt von Günter Zavelberg übernahm. Dem Vorstand gehörten ferner Egon Esch, Wolfgang Kleefuß, Heinz Born und Dieter Henn an, ebenso wie Josef Schmick, Günter Zavelberg, Theo Höll und Karl-Heinz Zörn. Für damalige Verhältnisse war dies ein sensationell junger Vorstand. Vielleicht spielte ja auch hier der Geist der „68er" mit. Folgerichtig setzte sich der Vorstand einen neuen Schwerpunkt, nämlich die Jugendarbeit, da nur mit einem soliden Unterbau auch eine Seniorenmannschaft bestehen kann und der Verein auf die Zukunft setzen muss. Ein Wehmutstropfen in der Zeit war der Wechsel von Tormann und Kreisauswahlspieler Johannes Gulba zum BSC

 

amit ging die Dekade der sechziger Jahre zu Ende, ebenso wie die Phase der „Normalisierung". Der Verein hatte einen guten Platz, ein Jugendheim und genügend Mitglieder. Was fehlte, war endlich mal wieder ein sportlicher Erfolg, denn der letzte Aufstieg datierte aus den fünfziger Jahren. Aber es deutete sich schon ein Motivations­schub an, denn es stand das 25-jährige Jubiläum des Sportvereins an.

 

Die verrückten Siebziger

 

Die verrückten Siebziger

Nachdem 1970 die 100-Mitglieder-Grenze überschritten war, konnte man im August 1971 das Bestehen des Vereins seit einem Vierteljahr­hundert feiern. Den Rahmen bildete ein Seniorenturnier, Jugendspiele und ein Alte-Herren-Spiel. Dies sollte zwar so sein, doch der DFB legte wegen der anstehenden Europameisterschaft, so die offizielle Begründung, einfach die Spiele sämtlicher Ligen um vierzehn Tage nach Vorne. Damit blieb als einziger Höhepunkt der Jubiläumsball im Saal Maßhöfer am 29.8.1971. Alle Vereine des Dorfes gaben sich zur Gratulation ein Stelldichein. Ortsvorsteher Wilhelm Josephs über­brachte die Glückwünsche der Stadt Rheinbach und Hans Unkelbach die des Fußballkreises Bonn. Ebenso steckte er Willi Henn, Josef Nobles und Bernhard Schimmel die silberne Ehrennadel des Westdeutschen Fußballverbandes ans Revers.

 

Die C-Jugend des SV erhielt auch eine Ehrung, da sie den Gruppen­sieg in ihrer Gruppe des Kreises Bonn errungen hatte. Sie erhielt eine komplette neue Fußballgarnitur. Peter Hochrath wickelte die Veran­staltung als Sprecher des Jubiläumsausschusses so hervorragend ab, dass ihm selbst in der Presse höchstes Lob gezollt wurde.

 

In der darauf folgenden Jahreshauptversammlung am 5.3.1972 sah sich Willi Henn veranlaßt, lobende und kritische Worte zu sprechen. Insbesondere übte er Kritik an den wenigen, die im Jubiläumsjahr zwar nicht mitgearbeitet hatten, aber alles besser gemacht hätten. Er wies zurecht darauf hin, dass man es nicht allen recht machen könne und ermutigte die Aktiven. Allerdings sah er auch, dass viel zu wenig Personen mitarbeiteten und nicht ausreichend Betreuer vorhanden waren. Richtig stellte er fest, dass „wir dafür unsere Freizeit geopfert haben, anstatt sie der Familie zu widmen, die an erster Stelle darauf Anspruch hat." An diese Worte sollten alle Kritiker auch in Zukunft denken! Willi Henn wurde daraufhin als erster Vorsitzender und Schriftführer bestätigt. Theo Hüll, Wolfgang Kleefuß, Christian Demary, Siegfried Kynast, Dieter Henn, Peter Hochrath Jakob Declair, Günter Zavelberg und Eugen Hüll bildeten den restlichen Vorstand. Positiv zu vermerken ist die Tatsache, daß der Verein zwischenzeitlich auf 140 Mitglieder angewachsen war.

 

Im Jahr nach dieser Mitglieder­versammlung überschlugen sich die Ereignisse! Plötzlich war unter der Ägide von Willi Henn wieder die Fusion mit dem TV Wormersdorf ein Thema. Man traf sich sogar mit dem TV am 25.4.1973, was in beiden Vereinen von einer breiten Opposition mit Argusaugen argwöh­nisch beobachtet wurde. Die Animositäten aus den vierziger Jahren waren offensichtlich doch noch nicht vergessen. In dieser Zeit stand Willi Henn aber auch aus anderen Gründen heftig unter Druck. Des­halb drohte er konkret mit seinem Rücktritt, was er denn glücklicher­weise aber doch nicht verwirklichte. Danach war auch die Fusion letzt­lich vom Tisch. Die Lage spitzte sich zum Sommer hin aber weiter zu, da der ersten Mannschaft aus den verschiedensten Gründen keine Spie­ler zur Verfügung standen. Einige mussten zur Bundeswehr, andere wanderten zu anderen Vereinen ab. Auch konnten keine Schiedsrichter gefunden werden. An diesem Tiefpunkt meldete der Verein am 20.6.1973 seine Seniorenmannschaft ab und hielt nur noch den Jugend­spielbetrieb aufrecht. Das Jahr fand aber dennoch bei der Weihnachts­feier am 21.12.1973 einen versöhnlichen Abschluss. Ehrenvorsitzen­der Peter Zavelberg erhielt aus der Hand von Alexander Pohlen, dem Vorsitzenden des Bonner Kreisfußballausschusses, auf dieser Veran­staltung die silberne Ehrennadel des Deutschen Fußballbundes.

 

In seiner Laudatio würdigte Willi Henn den Geehrten als einen Mann, der sich als „Bürgermeister, Ratsmitglied und Kreistagsabgeordneter sowie zeitweise als Vorsitzender des früher gemeinsamen Turn- und Sportvereins und des späteren Fußballvereins SV für den Sportstättenbau und die Jugendförderung ganz besonders eingesetzt hat." Als be­sondere Attraktion wurden auf dieser Feier dann zwei Filme von Fuß­ballweltmeisterschaften gezeigt, sowie zwei Filme von „Schweinchen Dick".

 

Im Jahre 1974, dem Jahr der Fußball-WM in Deutschland, passierte offensichtlich gar nichts. Vielleicht bestaunte der Verein die Leistun gen der deutschen Nationalmannschaft, die ja bekanntlich Weltmeister wurde. Zumeist schlug man sich zu dieser Zeit mit öffentlichen Abga­ben und Landabtretungen herum. Erst Ende 1975 ist erwähnenswert, daß das Sportheim von der Stadt Rheinbach renoviert wurde. Der Vor­sitzende des Sportausschusses, Willi Pfeifer, übergab nach einem Rund­gang mit Vertretern des Rheinbacher Sport- und des Bauamtes sowie der Wormersdorfer Sportjugend das Haus. Allerdings war das Heim zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz fertig. Lediglich eine neue Heiß­wasseranlage und die Kachelung waren vollständig. Der Bodenbelag und die Außenanlagen waren noch nicht in Angriff genommen.

 

1976 fand am 4. April die Jahreshauptversammlung statt, auf der Willi Henn wiedergewählt wurde. Ebenso gehörten dem Vorstand Theo Will, Jacob Declair und Peter Schmauder an. Diese Versammlung beschloss auch, das Jugendheim unter Wahrung der Rechte des WFV an die Stadt zurückzuverkaufen, da die finanzielle Lage und Aussicht dies erfor­derte. Der F.D.P.-Fraktionsvorsitzende Dr. Henning von Köller witter­te hier schon „Rheinbacher Filz" und drohte eine Anfrage hinsichtlich der Konditionen des Verkaufes an den Rat an. Aber noch war es ja gar nicht so weit. In der Saison hatte Egon Esch das Traineramt in der ersten Mannschaft niedergelegt, da die Trainingbeteiligung viel zu niedrig war. Dadurch konnte auch keine Mannschaft mehr für die nächste Saison gemeldet werden. Darum schloss man sich mit dem SC Altendorf-Ersdorf zu­sammen, die die gleichen Probleme hatten und spielte unter deren Na­men auf unserem Platz. Jetzt übernahm Josef Weber das Amt des Chef­trainers. Erfreulicherweise konnte die C-Jugend wieder einmal die Kreis­meisterschaft erringen.

 

Zum Glück kam bald schon das Jahr 1977. Jetzt entwickelte sich wie­der Leben im Verein, der auf breitere Beine gestellt wurde. Im Früh­jahr bildete sich zunächst eine Damenabteilung, deren 20 Mitglieder unter der Leitung von Elsbeth Zimmer ihren Aktivitäten nachgingen. Ebenfalls im Frühjahr stellten Wolfgang Kleefuß und Helmut Heitzer die Alte-Herren-Abteilung wieder auf die Beine, die schon ein paar Jahre nur noch auf dem Papier existierte. Auf einmal hatte der Verein auch die Grenze von 200 Mitgliedern über­schritten. Und als Krönung kam noch dazu, dass die Stadt tatsächlich das Sportheim zu einem anständigen Preis zurückkaufte und dann dem Verein wieder zur Nutzung zur Verfügung stellte.

 

Dieser positive Trend setzte sich auch 1978 fort. Es konnte wieder eine erste Seniorenmannschaft unter der Ägide von Trainer Günter Herde gemeldet werden, nachdem sich sieben weitere Spieler angemeldet hatten. Zudem erhielt auch die Damenabteilung eine Übungsleiterin, nämlich Elke Gburek. Außerdem ging am 4.11 .1978 ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Die Flutlichtanlage am Sportplatz wurde von Vizebürgermeister Dr. Paul Möhrer in Betrieb genommen. Das Premierenspiel unter Flutlicht der Alten Herren gegen Rot-Weiß Merl endete leider mit 1:4 für Merl. Zeitzeugen berichten allerdings, daß die dritte Halbzeit klar an Wormersdorf ging!

 

Zum Rosenmontagszug 1979 gab es dann ein Novum, das bis heute angehalten hat, denn die Damenabteilung repräsentierte den Verein im Zug. Auf der Jahreshauptversammlung am 30. März 1979 trat Willi Henn als erster Vorsitzender zurück, um endlich die ihm für die langjährige Arbeit zukommende Ehrung zu erhalten - er wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Josef Weber. Sportlich gesehen war eine deutliche Leistungssteigerung zu erken­nen, obwohl nach einem Zwischentief mit Josef Köster ein neuer Trai­ner verpflichtet wurde. So schloss die erste Mannschaft als Tabellen­dritter ab und es sollten zwei Seniorenmannschaften gemeldet werden. Und die B-Jugend wurde Gruppensieger. Um der Jugend einen VW-Bus zur Verfügung stellen zu können, damit die Fahrten zu Spielen besser durchzuführen sind, sammelten einige Vorstandsmitglieder in einer beispiellosen Aktion innerhalb kürzester Zeit über 5.000 Mark. Dies zeigt doch deutlich, dass der Zusammenhalt in dieser Zeit einma­lig war.

 

So ist auch diese Dekade zu Ende gegangen, aber die Erfolge und die Früchte der Arbeit sollten sich schon bald einstellen.

  

Die achtziger Jahre

 

Die großen Achtziger

Zu Beginn der achtziger Jahre überschritt der Verein dann die Grenze von 300 Mitgliedern, worauf alle Verantwortlichen sehr stolz waren. Auch sportlich stimmte es endlich - nach fast 25 Jahren!

 

In der Spielzeit 1980/81 stand die erste Mannschaft ganz oben in der Tabelle. So konnte die Jahreshauptversammlung am 14.03.1980 in al­ler Ruhe und guter Stimmung durchgeführt werden. Unter der Ver­sammlungsleitung von Peter Müller wurden Josef Weber, Heinz Born, Peter Schmauder und Jakob Declair in den geschäftsführenden Vor­stand gewählt. Im August 1980 machte sich ein riesiger Troß mit 56 Mitgliedern auf nach Bredene. Dort nahmen beide Seniorenmannschaften an einem internationalen Turnier des F.C. Bouwak Bredene teil. Die Gegener kamen aus Manchester und Frankreich. So wie berichtet wird, standen die fußballerischen Aktivitäten dieser Jahresabschlussfahrt allerdings im Hintergrund!

 

Und dann- ja dann- war es endlich wieder einmal soweit! Die erste Mannschaft stieg im Jahre 1981 in die Kreisliga B auf. Bei der Auf­stiegsfeier wünschte der Vorsitzende des Fußballkreises Bonn, Fritz Löwe, dem Verein eine „weitere von Erfolg gekrönte Spielserie". Und Martin Küster, der Vorsitzende des SC Altendorf-Ersdorf sagte gar: „Wir Altendorf-Ersdorfer freuen uns über Euren Aufstieg; das bringt uns wieder langentbehrte Lokalderbys". ln der Euphorie des Erfolges bildete sich im Juni gleich eine neue Abteilung, die bis heute sehr er­folgreich spielt: die Volleyballer, damals unter der Leitung von Peter Waldhauer und Georg Heide. Somit stand der SV schnell bei 450 Mit­gliedern; jetzt hatte er sich endlich unter den großen Vereinen des Dor­fes, aber auch der Stadt Rheinbach, etabliert.

 

Jedoch ist „Erfolg flüchtig wie ein wilder Vogel". So sagt ein altes Sprichwort und es muss was Wahres dran sein. Denn schon im Früh­jahr 1982 war die Fußballmannschaft schon wieder im Tabellenkeller. Damit noch nicht genug, traten im Mai des Jahres der Vorsitzende, der Geschäftsführer sowie dessen Vertreter zurück. In der Presse kam dies nicht gut an, man vermutete vereinsinterne Querelen als tatsäch­lichen Hintergrund. Dazu kam auch noch, daß der Abstieg der ersten Mannschaft nicht mehr zu verhindern war. So übernahm dann eine neue Führungsrige im August die Verantwortung für die Vereins­geschicke. Erster Vorsitzender wurde Helmut Heitzer, zweiter Vorsit­zender Helmut Wilbert und Geschäftsführer Hans-Peter Nohles. Und so stieß noch jemand dazu, der später noch von sich Reden machen sollte und dessen Schicksal alle Mitglieder berührte: Dr. Gerhard Kollmann wurde Pressewart. 

 

Georg Heide trainierte zu diesem Zeitpunkt im Jahre 1982 bereits beide Seniorenmannschaften im Fußball unter der tatkräftigen Mit­hilfe von Heinz Born und Günter Komatzki. Damit nahmen die internen Querelen aber nicht ab. Wenigstens ist positiv zu vermerken, dass die Vereinszeitung „SVW - Nachrichten" im Jahre 1983 viermal erschienen ist - eine bis heute unerreichte Lei­stung! Trotz allem feierte man im Juni 1983 in der Schützenhalle nach einer erfolgreichen Sportwoche, in der unter anderem die Traditionself des Bonner SC zu Gast war, einen schönen Sportlerball.

 

Im Jahre 1984 begann dann die Planung und der Bau des neuen Sport­heimes. Zwischenzeitlich hatte der Verein mit Josef Weber einen neu­en „alten" ersten Vorsitzenden erhalten. Sein Stellvertreter wurde Karl-Peter Werres, der heutige Brudermeister der Schützenbruderschaft. Ge­schäftsführer Hans-Peter Nohles resümierte in seinem Jahresbericht am 30.5.1984, dass die Zeit zu schnellebig geworden sei und die Mit­glieder sich nicht mehr richtig mit dem Verein identifizierten. „Es wäre zu überlegen, ob der Verein in den vergangenen Jahren nicht zu schnell gewachsen ist. Vielleicht ist ein mitgliedsschwächerer Verein solider, erfolgreicher und zuguterletzt kameradschaftlicher." Gedanken, die auch heute noch oft zu hören sind.

 

Die Worte verwundern nicht, wenn man bedenkt, daß bis 1986 jahre­lang kein neuer Trainer für die Fußballmannschaft gefunden werden konnte, es also nicht günstig um den Verein stand. Glücklicherweise konnte aber der SV im Mai 1985 das neue Sportheim übernehmen. Bürgermeister Heinz Büttgenbach überreichte Ortsvorsteher Richard Paffenholz einen spektakulären und riesigen symbolischen Schlüssel. Danach segnete Pastor Sebastian Wirtz das neue Heim gemeinsam mit seinem evangelischen Pfarrerkollegen Jochen Siebe.

 

Und schon stand das nächste Großereignis ins Haus: „Vierzig Jahre SVW" im Jahre 1986. Hier war ein ganzer Organisationsstab beschäf­tigt, die Feierlichkeiten vorzubereiten. Das Rahmenprogramm bildete die Rheinbacher Fußball-Stadtmeisterschaft, ein Jugendturnier sowie ein Turnier der Alten Herren. Bei Eröffnung des Turnieres spielte al­lerdings Petrus nicht mit. Er setzte mit einem Gewitterschauer den Platz unter Wasser, ohne dass dies ablaufen konnte. Die Spieler griffen dar­aufhin zur Spitzhacke und legten die Drainage erfolgreich frei, sodaß die Stadtmeisterschaft doch noch pünktlich starten konnte. Die gewann übrigens der VfL Rheinbach. Glänzender Höhepunkt war aber sicherlich der Jubiläumsball am 31.5.1986 in der Gaststätte Harms. Vorsitzender Josef Weber erklärte, der „SV habe sich im Wormersdorfer Vereinsleben einen festen Platz erkämpfen können. Gleich ob Großkirmes, Karneval oder Sportwochen, der SV trage tatkräftig zum Gelingen dieser Traditionsveranstaltungen bei." Ganz besonders geehrt wurde Jakob Declair, der vom FVM die goldene Verbandsnadel, eine der höchsten Auszeichnungen, ans Re­vers geheftet bekam. Auf diese Weise beschloß der SV Wormersdorf auch würdig ein schönes Jubiläumsjahr.

 

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